Übersicht

Deine Emotionale Stadt - Die Karte

Diese interaktive Karte basierend auf Citizen-Science-Daten macht sichtbar, wie sich Menschen in Berlin im Alltag fühlen.

https://deine-emotionale-stadt.odis-berlin.de/
Screenshot für das Projekt: 'Deine Emotionale Stadt - Die Karte'

Städte lösen Gefühle in uns aus, angenehme und unangenehme. Sie bieten Möglichkeiten für Begegnung, Kultur und Entfaltung. Gleichzeitig können sie stressen, überfordern oder krank machen. Im Citizen-Science-Projekt „Deine emotionale Stadt“ möchten Forschende der Charité Berlin, der HU Berlin, des Futuriums und des Interdisziplinären Forum Neurourbanistik e.V besser verstehen, wie sich Berlin im Alltag anfühlt und welche Rolle die urbane Umgebung dabei spielt. Die im Rahmen des Projektes entwickelte Karte ermöglicht einen Einblick in die gesammelten Daten und macht sichtbar, wie Menschen verschiedene Orte der Stadt emotional erleben.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das Projekt “Deine Emotionale Stadt” verbindet Citizen Science und psychologische Forschung mit dem Ziel, besser zu verstehen, wie urbane Räume auf unsere Psyche wirken. Gleichzeitig soll sichtbar gemacht werden, wie Menschen unterschiedliche Orte in Berlin emotional erleben und welche Muster sich dabei im Stadtraum erkennen lassen.

Die Karte soll neue Perspektiven auf das Leben in der Stadt eröffnen und gesellschaftliche, wissenschaftliche sowie stadtplanerische Diskussionen anregen. Darüber hinaus zeigt das Projekt, wie Citizen-Science-Daten einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen und zur Erforschung urbaner psychischer Gesundheit beitragen können.

Die interaktive Kartenanwendung hat die ODIS gemeinsam mit Forschenden des Projekts “Deine emotionale Stadt” entwickelt.

Öffentliche Vorstellung des Projekts im Futurium.
Öffentliche Vorstellung des Projekts im Futurium.

Datenerhebung per App

Die Daten wurden mithilfe einer Forschungsapp erhoben, die im Rahmen des Projekts „Deine Emotionale Stadt“ entwickelt wurde. Die App trug seit dem Launch im August 2022 zunächst den Namen “Urban Mind” und wurde im März 2026 zu “Citizen Scientist” weiterentwickelt und umbenannt.

Die Datenerhebung basiert auf der wissenschaftlichen Methode der Ecological Momentary Assessment (EMA), einer Art digitalen Tagebuchbefragung. Dabei erhalten Teilnehmende über den Zeitraum von sieben Tagen dreimal täglich kurze Fragen auf ihr Smartphone und beantworten diese direkt in ihrem aktuellen Alltag und ihrer momentanen Umgebung.

Auf diese Weise kann erfasst werden, wie Menschen sich in verschiedenen Situationen und an unterschiedlichen Orten in Berlin fühlen, nicht rückblickend, sondern genau in dem Moment, in dem das Erleben stattfindet. Die kurzen Befragungen erfassen unter anderem aktuelle Emotionen wie Stress, Freude, Einsamkeit oder Energie, die jeweilige Situation, beispielsweise, ob sich Personen drinnen, draußen oder im öffentlichen Nahverkehr befinden, sowie Eigenschaften der Umgebung wie Begrünung oder soziale Situationen. Zusätzlich haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, Fotos ihrer Umgebung hochzuladen.

Durch diese alltagsnahe Form der Datenerhebung entsteht ein realistischer Einblick darin, wie urbane Räume das emotionale Erleben beeinflussen können.

Die Karte zeigt keine individuellen Aussagen über einzelne Personen, sondern ausschließlich aggregierte Tendenzen und Muster auf Stadtebene.

Datenverarbeitung und Datenschutz

Die Daten werden bereits pseudonymisiert erhoben und anonymisiert, bevor sie in der Karte erscheinen. Dadurch sind keine Rückschlüsse auf einzelne Studienteilnehmende möglich und die Anforderungen der DSGVO werden eingehalten.

Dafür werden exakte GPS-Koordinaten, Zeitangaben und soziodemographische Informationen entfernt. Die räumliche Darstellung basiert ausschließlich auf größeren räumlichen Clustern (H3 Hex8). Zusätzlich werden Daten nur angezeigt, wenn mindestens zwei Einträge innerhalb desselben Clusters vorliegen.

Die auf der Karte dargestellten Fotos der Landmarken stammen nicht aus der Datenerhebung innerhalb der App. Es handelt sich dabei nicht um von den Teilnehmenden aufgenommenes Bildmaterial, sondern um extern bezogene Abbildungen aus Wikidata, bzw. den dort verknüpften Medienquellen. Die jeweiligen Lizenzinformationen sowie Angaben zu Autorinnen und Autoren (sofern verfügbar) werden transparent im jeweiligen Bild-Popup angezeigt, das beim Anklicken der Fotos geöffnet werden kann.

Wie du selbst Teil des Projekts werden kannst

Wer eigene Erfahrungen beitragen möchte, kann die App „Citizen Scientist“ nutzen und direkt an „Deine Emotionale Stadt“ teilnehmen (Download im App Store oder bei Google Play). Gemeinsam entsteht so eine emotionale Karte Berlins, die neue Perspektiven auf das Leben in der Stadt eröffnet und Forschung zu urbaner psychischer Gesundheit unterstützt.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Website des Futuriums oder auf der Website der Research Platform Neurourbanism. Den Quellcode der interaktiven Kartenanwendung findest du als Open Source auf GitHub.